Fraktur

 

Bis nach dem Ersten Weltkrieg wurden die meisten Bücher im deutschen
Sprachraum in Fraktur gedruckt. Danach setzten sich auch hier die heute
gebräuchlichen Antiqua-Schriften durch.

Hervorstechendes Merkmal der Fraktur-Buchstaben – hier als pdf-Datei
sind die »gebrochenen« Senkrechten, die rautenförmigen Füßchen, die stets
mit der Spitze auf der Grundlinie stehen, und, besonders ausgeprägt bei den
Großbuchstaben, die rüsselförmigen Auszüge:

  Fraktur-Bild01

 

Eine Besonderheit der Fraktur ist das lange »s«; das uns vertraute runde
»s« tritt im Fraktur-Satz nur am Ende von Wörtern oder Silben auf.

Dem Antiqua-Leser machen meist einige Buchstaben Schwierigkeiten, die
auf den ersten Blick sehr ähnlich scheinen (die kleine Lesehilfe steht auch
als pdf-Datei zur Verfügung):

  Fraktur Bild 02

Anders als beim U zieht sich die
Öffnung des A oben zum Hals
zusammen.

Das B unterscheidet sich vom V
durch den durchgezogenen
Mittelsstrich.

Gleiches gilt für R und N.

Das lange s hat im Gegensatz
zum f an der Mittellinie kein
Fähnchen nach rechts.

 

Das k trägt an der Oberlänge stets eine kleine Schlaufe, die dem t fehlt.

Die rechte Senkrechte des y hat, anders als beim n, kein Füßchen. Sie läuft
nach links unten über die Grundlinie hinweg in einer feinen Spitze aus.

Das x schließlich unterscheidet sich vom r durch die kleine Schlaufe am
linken Fuß.

  Fraktur Bild 03

 

Und nun zum Vergleich in der Garamond, einer Antiqua-Schrift:

  Fraktur Bild 04

 

Die meisten wichtigen Werke der deutschen Literatur sind in Fraktur zum
erstenmal veröffentlicht worden, und viele ältere deutschsprachige Texte
liegen nur in dieser Druckschrift vor.

Germanisten müssen Fraktur daher lesen können. Aber auch allen anderen
sei die kleine Mühe empfohlen, sich einzulesen: Es gibt viel zu entdecken.

Weitere Handreichungen zur Typographie