Lehr- und Forschungsgebiet Germanistik/Mediävistik

Prof. Dr. Thomas Bein


Forschungsschwerpunkte

Die durch Publikationen dokumentierten Forschungsaktivitäten konzentrieren sich im wesentlichen auf die folgenden Bereiche:

Editionstheorie und Editionspraxis

Seit vielen Jahren befasse ich mich mit dem Oeuvre Walthers von der Vogelweide und seiner adäquaten editorischen Präsentation. Von dem Bonner Altgermanisten Christoph Cormeau habe ich das Editionsprojekt ‚Walther‘ im Verlag W. de Gruyter übernommen und führe es von Aachen aus fort.

Im Aachener Institut wird seit 1999 ein Forschungsarchiv zu Walther angelegt und gepflegt. Umfangreiche Materialien aus der Bonner Arbeitsstelle sind nach Aachen überführt worden und werden hier weiter betreut.

Für das Jahr 2006 ist das Erscheinen einer grundlegend revidierten 15. Auflage der traditionsreichen Walther-Ausgabe Karl Lachmanns (14. Aufl. durch Christoph Cormeau grundlegend verändert) geplant. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Germanistische Mediävistik und Neue Medien

Künftige wissenschaftliche Editionen werden, so weitgehend Konsens im Fach, grundsätzlich als ‚hybride Ausgaben‘ (print- und -e-Medium) zu konzipieren sein.

Die Möglichkeiten der Digitalisierung sind groß, die praktischen Erfahrungen noch gering. Man muss mit Bedacht ausloten, welche Art von Edition sinnvollerweise eher weiterhin im print-Medium erscheinen soll und wo der Einsatz digitaler Medien das Praktikablere sein mag. Meine Studien zu bisher vorhandenen digitalen Ausgaben (auf physischen Datenträgern und online im www) zeigen, dass im Bereich der ÄDL noch sehr viel Grundlagenarbeit zu leisten ist.

Propädeutik

M. E. wird sich im hochschuldidaktischen Bereich in den nächsten Jahren einiges ändern müssen: Die Bachelor‑ und Masterstudiengänge, aber auch die verkürzten Staatsexamensstudiengänge werden eine andere Form des Lehrens und Lernens an einer Hochschule mit sich bringen. Einige Wissenschaftsverlage haben bereits darauf reagiert (z.B. UTB mit der Reihe ‚basics‘), nicht immer mit klaren Konzepten.

Ich bin seit einiger Zeit damit befasst zu eruieren, wie man in der immer knapper werdenden Zeit wesentliche Inhalte der Altgermanistik vermitteln kann. Dazu habe ich über mehrere Semester in Aachen Umfragen und Evaluierungen durchgeführt und Unterrichts'experimente' gemacht. Im Oktober 2003 habe ich darüber in Bamberg auf der Oswald‑Tagung zur ‚Zukunft der Altgermanistik‘ referiert, im November 2003 an der Universität Bielefeld. Die Ergebnisse sind im Druck.

Die erste Auflage meiner monographischen ‚Einführung in die germanistische Mediävistik‘ ist im kommenden Jahr verkauft. Eine zweite, erweiterte und veränderte Auflage ist bereits in Arbeit. Sie soll den oben angedeuteten Bedürfnissen der Studierenden noch besser entsprechen.

Kontakte sind geknüpft zum Lehsrtuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Bamberg (Kollege Beisbart)

Ferner ist auf meiner Homepage eine Bibliographie zum Thema ‚Ältere Germanistik im Schulunterricht‘ installiert, die laufend aktualisiert und ergänzt wird.

Es besteht regelmäßiger Kontakt mit Gymnasiallehrern.