Lehr- und Forschungsgebiet Neuere Deutsche Literaturgeschichte

Prof. Dr. Monika Fick


Forschungsschwerpunkte

Die durch die Publikationen dokumentierten Forschungsaktivitäten konzentrieren sich im wesentlichen auf die folgenden Bereiche:

Lessing im Kontext der Aufklärung

Die Frage nach der Aufwertung der Sinnlichkeit im Rahmen der "anthropozentrischen Wende" (Charles Taylor), die Reflexion des Leib-Seele-Problems und die Bestimmung der Rolle des Ästhetischen für das Leitbild vom “ganzen Menschen” bilden den roten Faden des Lessing-Handbuchs (517 S; 2. Aufl. 2004, 3. Aufl. 2010, 4. Aufl. 2016). Die Einführungen in den Kontext der einzelnen Werke sind darüber hinaus als grundsätzliche Orientierungen zu den Fragestellungen der Aufklärungsepoche angelegt. Dabei werden abstrakte und häufig als Stereotype verwendete Begriffe (aus den Bereichen der Philosophie und Theologie, der Poetik und Kunsttheorie) von den ursprünglichen Denkzusammenhängen her aufgeschlüsselt und mit Leben gefüllt (problemgeschichtliche Darstellung auf der Grundlage von Quellenstudien). In der dritten, neu bearbeiteten Auflage werden die gesellschaftlichen Transformationsprozesse, die mit der Aufwertung des Individuums Hand in Hand gehen, verstärkt berücksichtigt; die vierte Auflage ist um ein Kapitel "Lessing und die jüdische Aufklärung" erweitert.

Literatur und Ästhetik

Das Buch “Der Schein der Dinge: Einführung in die Ästhetik” signalisiert und dokumentiert mein Interesse an – alten und neuen – Theoriekonzepten sowie die Reflexion auf das schwierige Verhältnis zwischen ästhetischer Theorie und künstlerischer Praxis. Es handelt sich zugleich um den Versuch der Vermittlung fachwissenschaftlichen Wissens und Vorgehens an ein breiteres Publikum unter Einbeziehung junger Wissenschaftler (zum Teil aus Aachen) als Beiträger.

Literatur und Wissen(sformen)

Diese Forschungsrichtung – sie hängt mit dem Thema “Literatur und Anthropologie” zusammen – wird vor allem durch meine Habilitationsschrift ("Sinnenwelt und Weltseele"; 1993) sowie eine Reihe jüngerer Aufsätze dokumentiert. Es geht um die Frage nach Wechselbezügen zwischen ästhetischen Ausdrucksformen und der Konstruktion von (natur-)wissenschaftlichem Wissen. Insbesondere das Internetprojekt “Sinne und Synapsen” ist hier angesiedelt. Die Wissensform, auf die sich der Blick richtet, ist die Erforschung der Funktionsweise von Sinneswahrnehmung im Zusammenhang mit der seit 1900 rasch expandierenden Neurophysiologie.